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Projekt Cerrito
Die größten Probleme der Gemeinde Cerrito de los Morreños auf der Mangroveninsel Chupadores Grande besteht in der Ressourcenknappheit, besonders dem ungelösten Trink- und Abwasserproblem und daraus resultierenden Gefahren für die Gesundheit der Bewohner. Das Wahrzeichen der Insel ist ein Hügel, der dem Dorf Cerrito (Hügelchen) den Namen gab. Die flacheren Teile der Insel sind mit Mangroven bewachsen, in denen ein großer Artenreichtum an Fisch- und Schalentieren heimisch ist. Außerdem erfüllen die Mangroven eine wichtige Funktion im Küstenschutz (sowohl vor Erosion, als auch vor Flutwellen). Die starke Nutzung des Mangrovenholzes und die Rodung des Mangrovenwaldes für die Shrimpzucht führten zur Degradierung des Waldes. Der Boom der Shrimp-Farmen in den 80er Jahren und der illegale Holzeinschlag bewahrten die Dorfbewohner vor den schlimmsten wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen, ein ständiger reger Verkehr zwischen der Großstadt Guayaquil und dem strategisch günstig gelegenen Cerrito sicherte die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln. Die Shrimp-Wirtschaft ist durch den Virus "Mancha Blanca" Ende der 90er Jahre zusammengebrochen, der seitdem stärker betriebene Fang von Krebsen, Muscheln und Fischen füllt die entstandene Lücke nicht aus. Durch die fehlenden Transportmöglichkeiten sind die Fischer abhängig von Zwischenhändlern, die den Fang auf dem Festland verkaufen und deutlich höhere Gewinne erzielen. Lebensmittel und Wasser müssen in Cerrito von diesen Händlern ebenfalls teuer eingekauft werden. Die Kombination aus Bevölkerungsexplosion und wirtschaftlichem Niedergang lässt die Cerriteños in den langen Trockenmonaten leiden, erkranken und manchmal auch sterben. Die Strategie, die verbleibenden Mangroven in Kooperation mit den alteingesessenen Gemeinden ("Comunidades Ancestrales") zu schützen, hat den Schutzwaldverein nach Cerrito gebracht. Heute lautet das vorrangige Ziel, die Wasserversorgung nachhaltig zu sichern, um anschließend die weiteren Schritte zu tun: komplette Solarstromversorgung, Errichtung einer Gesundheitsstation, Verbesserung der Verkehrsanbindung, Bau eines Gästehauses, Diversifizierung der Erwerbsstruktur, Ausschalten der Abhängigkeit von den Zwischenhändlern. ![]() Die Abwasserentsorgung in diesem integrierten Wasserprojekt wurde mit der Errichtung von Modell-Latrinen (Trockenklos) bereits in Angriff genommen. Die nächsten Schritte sind die Einrichtung einer Gesundheitsstation und verschiedene Bildungsmaßnahmen (z.B. Erste Hilfe und Sexualaufklärung, besonders in der Schule). Das drängende Problem der Trinkwasserversorgung soll mithilfe einer solarbetriebenen Trinkwasseraufbereitungsanlage gelöst werden, die salzhaltiges Brunnenwasser in Trinkwasser verwandelt. Besonders für dieses "Großprojekt" suchen wir Spenden in Form von Geld- und Sachmitteln. Nicht nur Cerrito, sondern der gesamte Südwesten Ecuadors leiden unter einem Versorgungsproblem; vielerorts wurden durch übermäßige Nutzung der Mangrovenwälder die natürlichen Wasserspeicher zerstört. So könnte Cerrito, ein Extrembeispiel für Mängel und Mangel in einem Trockengebiet, bald zu einem Modelldorf für diese Region werden. |
![]() Wochenblatt vom 28.11.2007 zum Vergrößern bitte klicken |
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©schutzwaldverein.03.2008 |
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