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Die Zielgebiete des Schutzwaldvereins liegen in den Tropischen
Wäldern Ecuadors und Perús. Wir arbeiten dort einerseits in den
Regenwäldern des Amazonasbeckens und andererseits in der
Region Tumbesina an der Pazifikküste, wo vor allem Tropischer
Trockenwald und Mangroven zu finden sind.
In den Regenwäldern des Amazonas arbeiten wir sowohl mit dem
Schutzwald "Arutam" der indigenen Familie Vargas in Ecuador,
als auch mit den Gemeinden des Nationalparks "Reserva Nacional
Pacaya Samiria" in Perú zusammen, indem wir
Volontärsaufenthalte und internationale Freiwilligendienste zur
Unterstützung von nachhaltigen Projekten vermitteln.
An der ecuadorianischen Pazifikküste arbeiten wir mit der
ecuadorianischen Umweltschutzorganisation Cerro Verde im
Programm "Voluntarios por la Biodiversidad" zusammen. Cerro
Verde ist in vier verschiedenen Gebieten der südlichen
ecuadorianischen Küstenregion - Teile der einzigartigen und
bedrohten tumbesischen Trockenwaldregion - tätig, wo sie sich
für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen und die
Erhaltung der biologischen und kulturellen Vielfalt einsetzt.
Oberziele sind die langfristige Erhaltung von bestehenden und die
Schaffung von neuen geschützten Wäldern und nachhaltigen
Landnutzungsformen. Im einzelnen handelt es sich um die
Regionen "Arenillas", "Cerritos", "Chongón" und "Cabo San
Lorenzo".
Dabei bemüht sich Cerro Verde darum, möglichst eng mit den
Gemeinden vor Ort zusammenzuarbeiten. Die lokale Bevölkerung
soll intensiv in den Schutz der Umwelt und in den Kampf gegen
ihre Armut mit einbezogen werden. Der Schutzwaldverein
unterstützt Cerro Verde dabei, die Einheimischen zu integrieren
und punktuelle Maßnahmen zu verwirklichen, indem er
"Voluntarios por la Biodiversidad" in die einzelnen Gemeinden der
Gebiete vermittelt.
Die tropischen Waldgebiete erstrecken sich in einem Gürtel um
den äquator rund um die Erde. Sie bilden die arten- und teils
regenreichsten Regionen der Erde und sind für das klimatische
Gleichgewicht unseres Planeten unverzichtbar. Ihr Bestand ist
gefährdet; weit über die Hälfte der ursprünglichen Waldfläche ist
bereits zerstört. Bedroht werden die Wälder von großen
Konzernen, die Bodenschätze wie Erdöl fördern, Holzhandel
treiben oder auf riesigen gerodeten Flächen Nahrungsmittel wie
Fleisch produzieren und von der ständig wachsenden Zahl der
Bewohner, die in und oft ökologisch unangepasst von ihnen
leben.
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Am Beispiel der Regenwaldgebiete Ecuadors (auch "Oriente"
genannt), dem ersten Zielgebiet des Vereins, lassen sich die
Mechanismen der Zerstörung veranschaulichen. Die Probleme der
anderen Zielgebiete sind - bei einigen Unterschieden
insbesondere in der tumbesischen Trockenwaldregion - im Prinzip
ähnlich.
Durch den Kontakt der indigenen Bevölkerung mit der
sogenannten Zivilisation haben sich bei den Einheimischen neue
Notwendigkeiten ergeben. Erschließung durch Straßenbau
beschränkt die Größe der Jagdgebiete, sie müssen Steuern
bezahlen, die Bildung ihrer Kinder finanzieren und haben neue
Bedürfnisse entwickelt. Die Notwendigkeit, Geld zu verdienen,
lässt die meisten zu der bequemsten - aufgrund ihres Mangels an
beruflicher Ausbildung oft auch einzigen - Verdienstmethode
greifen: Sie verkaufen Holz und betreiben auf den bereits
gerodeten Flächen Viehzucht. Durch die starken Niederschläge
erodiert der so schutzlos gewordene Boden schnell. Nach einigen
Jahren bleibt den Menschen meist nur unfruchtbares Land.
Selbstversorgung wird unmöglich, die beiden Einnahmequellen
(Holz, Fleisch) sind versiegt. Vielen bleibt nur der Gang in die
Armenviertel der Großstädte, wo sie meist nicht mehr
herauskommen.
Auch der Einfluss der Industrie ist hier zu spüren. Besonders
Erdöl wird gefördert. Die Konzerne breiten sich kontinuierlich von
Norden nach Süden aus. Wegen schlechter Bildung und
mangelndem Verständnis werden die Einheimischen von den
großen Firmen oft ausgebeutet und betrogen. Auch auf diesem
Weg können sie ihre ursprüngliche Lebensgrundlage verlieren.
Bevölkerungswachstum und Zuwanderung aus anderen
Landesteilen verschärfen die Situation für den Wald. Besonders in
den ölgebieten im Norden und dort, wo das Regenwaldgebiet an
die Berge grenzt, ist die Zerstörung schon weit fortgeschritten.
In der Mitte und im Süden des "Oriente" befinden sich noch
große zusammenhängende Flächen von Primärwald. Die dort
lebenden indigenen Gemeinden, die diese bedrohliche
Entwicklung erkannt haben, haben die Möglichkeit, ihren Wald
zum "Schutzwald" zu erklären. Durch diese Erklärung
verpflichten sie sich, den Wald in seinem ursprünglichen Zustand
zu belassen. Zum einen können sie sich mit Hilfe ihrer tradierten
umweltverträglichen Anbaumethoden teilweise selbst versorgen.
Zum anderen unterstützt unser Verein diese Gemeinden nun, den
sanften Tourismus und andere nachhaltige Einkommensquellen
als alternative Geldquelle für Bildung, Gesundheitsversorgung,
Konsum, etc. zu nutzen.
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