Ecuador

Arutam
Arenillas (Cerro Verde)
Cerritos (Cerro Verde)
Chongón (Cerro Verde)
Cabo San Lorenzo (Cerro Verde)

Perú

Pacaya Samiria
Der biologische Korridor Bosque Protector Arutam

Der Schutzwald Arutam liegt in der Provinz Pastaza, direkt am Rio Pastaza, einem indirekten Zufluss des Amazonas im Osten Ecuadors. Er umfasst eine Fläche von 2700 ha Tropischem Regenwald. Im größeren Kontext kann man diesen als biologische Korridor auffassen, als kleine grüne Insel, die zusammen mit anderen großflächigen Schutzgebieten eine wichtige Rolle beim Erhalt der Biodiversität spielt.

     

Die indigene Familie Vargas vom Volke der Shuar (mittlerweile auch organisiert in Form der "Fundación Fundecoipa") hat diesen ihr gehörenden Wald zum Schutzwald ("Bosque Protector") erklärt, um den kulturellen und biologischen Reichtum ihres Ortes zu schützen. Sie verzichten damit bewusst auf sich immer weiter verbreitende, "entwurzelnde" Nutzungsformen wie Holzverkauf und Viehzucht. Stattdessen lassen sie einen Großteil ihres Landes unberührt und versuchen, sich auf kleiner Fläche durch Traditionspflege und neue nachhaltige Einkommensquellen eine langfristige Existenz aufzubauen.

In der Grundschule werden neben dem vorgeschrieben Lehrplanwissen auch Kenntnisse aus der Shuarkultur vermittelt, beispielsweise die Verwendung von Medizinalpflanzen. Der Unterricht ist zweisprachig, neben Spanisch wird auch auf Shuar gelehrt. Die Grundschule ist staatlich anerkannt und ihre Absolventen können anschließend eine weiterführende Schule besuchen.

Es hat sich eine Frauengruppe gegründet, die Traditionen wie die Herstellung von Schmuckkettchen und die Bepflanzung von typischen, ökologisch gut angepassten Gärten pflegt. Durch die Pflege der traditionellen Anbauformen kann sich die Familie ein Stück weit selbst versorgen. Sie vergibt außerdem Mikrokredite, wodurch die Position der Frauen innerhalb der Dorfgemeinschaft gestärkt wird.

Der Schutzwaldverein kooperiert mit Arutam, indem er einen Dienstleistenden des Anderen Dienstes im Ausland dorthin versendet (eine Art "Auslandszivi"), dessen Hauptaufgabe es ist, in der Grundschule Englisch zu unterrichten. Außerdem ist er Ansprechpartner für Volontäre und hilft bei der unkomplizierten und reibungslosen Abwicklung unserer Projekte.

       

Es bestehen bereits einige kleine Produktionsstätten (eine Dachziegelproduktion und mehrere Fischzuchtbecken), deren Erzeugnisse über den Eigengebrauch hinaus auf den regionalen Märkten verkauft werden können.

Dadurch, dass auch Kinder aus umliegenden Gemeinden die Grundschule besuchen und auch Frauen aus umliegenden Gemeinde in der Frauengruppe sind, versucht die Familie Vargas, auch ihren Nachbarn ihre nachhaltige, weitsichtige Lebensweise näher zu bringen; mit dem Fernziel künftig weitere "grüne Inseln" in der Region zu erhalten bzw. zusammen mit den jenseits der Straße an Arutam grenzenden Gemeinden eine größere, zusammenhängende Schutzwaldfläche zu schaffen. Erste Schritte in diese Richtung erfolgen derzeit.

Näheres zu den Einsatzmöglichkeiten für Arutam siehe unter "Angebote".

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©cb.06.2007