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Der Feuchtwald von Cabo San Lorenzo
Das Gebiet um Cabo San Lorenzo ist eine der vier Regionen,
in denen sich Cerro Verde einsetzt. Unweit der Pazifikküste mit
schönen Sandstränden südwestlich der Hafenstadt Manta
findet sich ein Feuchtwald von 2400 ha, eine Ausnahme in der ansonsten
von Trockenwald bewachsenen Landschaft.
Entstanden durch ein besonderes Mikroklima, ergeben
sich besondere Umstände für Mensch und Natur. Die Menschen
haben sich einige der speziellen Pflanzen des artenreichen Feuchtwaldes
zu nutze gemacht. So wächst hier einerseits die sog. „Paja
Toquilla“, aus der kunstvoll die Hüte geflochten werden,
die als „Panamahüte“ weltberühmt geworden sind.
Hier hat der Panamahut seinen Ursprung. Andererseits wachsen verschiedene
Agrarprodukte, allen voran ein guter Kaffee, der im Schatten Bäume
und in der Feuchtigkeit des Waldes gedeiht.
 
Der Fortbestand dieses Waldes ist bedroht. Einerseits
hat der Bau einer Küstenstraße vor einigen Jahren den Raubbaudruck
von außerhalb auf das zuvor kaum erschlossene Gebiet stark erhöht.
Andererseits leiden die Produzenten unter den niedrigen Preisen für
Hüte, Kaffee und Fische. Diese Tiefpreise entstehen durch lange
Zwischenhändlerketten bei ohnehin niedrigen Marktpreisen. Oftmals
lohnen sich so die Produktion bzw. die Ernte nicht mehr, viele stellen
auf ökologisch schädliche Anbauprodukte um, die bei geringem
kurzfristigen Nutzen langfristig die Böden zerstören.
Neben diesen direkten Gefahren für den Wald fielen
den ersten Volontäre, die im Sommer 2003 im Rahmen des Programms
„Voluntarios por la Biodiversidad“ vor Ort waren, um die
Situation zu dokumentieren und erste Projekte auszuarbeiten, weitere
Probleme in den drei Gemeinden (El Aromo, Cabo San Lorenzo, Pile) auf,
in denen sie lebten: schlechte Wasserver- und Abwasserentsorgung, keine
adäquate Müllentsorgung, schlechte Bildungssituation (El Aromo);
reißender Fluss durch Flusslaufveränderungen beim Bau der
Küstenstraße, Ausbeutung des Fischreichtums durch Hochseefischerei
(San Lorenzo); schlechte Gesundheitsversorgung, wenig Ausbildungs-alternativen
(Pile).
Langfristige Ziele Cerro Verdes und des Schutzwaldvereins
in dieser Region sind die Etablierung eines fairen Handels, damit die
Bauern bei den in das Ökosystem integrierten Produkten bleiben
können; der Aufbau eines nachhaltigen Tourismus, an dem die Gemeinden
und nicht Auswärtige verdienen; Erklärung des Feuchtwaldes
zum Schutzwald.
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