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Das Dorf Cerritos auf der Mangroveninsel Chupadores Grande
Die Insel Chupadores Grande im Golf von Guayaquil bildet
eine der vier Regionen, in denen sich Cerro Verde
einsetzt. Die Insel ist vorwiegend mit Mangrovenwäldern
bedeckt. Sie stellen ein Teil der wenigen überreste dieser
Vegetationsform dar, die in den Brackwasserregionen
tropischer Flussdeltas zu Hause ist.
Ein Verein aus der auf der Insel gelegenen 700-
Einwohner- Gemeinde Cerritos de los Morreños hat in
Kooperation mit Cerro Verde von der Regierung Ecuadors
eine Schutzkonzession für 3400 ha Mangrovengebiet
erhalten. Um den rechtlich auf vorerst zehn Jahre
zugesicherten Schutz auch in der Praxis zu gewährleisten,
müssen einige Schwierigkeiten bewältigt werden:
Nachdem die einst größte Bedrohung für die Mangroven,
nämlich die Schrimpsfarmen, durch eine das Geschäft
ruinierende Schrimpskrankheit gebremst wurde, bleiben
als Hauptgefahren der Holzschlag und die überfischung
der Gewässer. Besonders die Krebs- und Austernfischer
stehen vor dem Problem, dass sich zu den niedrigen
Preisen auch noch immer weniger Krebse und Austern
finden.

Spontane Vorführung des Cerritos-Videos
Die zentrale Problematik in Cerritos ist der Mangel an
Transportmöglichkeiten. Weder besteht ein öffentlicher
Schiffsverkehr, noch besitzt einer der Bewohner ein
größeres Motorboot. So sind die Fischer auf
Zwischenhändler angewiesen, Alternativen zu Fisch- und
Holzverkauf wie beispielsweise Tourismus lassen sich
kaum realisieren, in Notfällen ist aufgrund der
mangelnden Versorgung vor Ort keine Hilfe zu erreichen
und der aus der Großstadt Guayaquil kommende Lehrer
ist durch unregelmäßige Fahrtmöglichkeiten oft nur drei
Tage pro Woche anwesend.
Weitere Probleme der Gemeinde sind eine mangelhafte
Trinkwasserversorgung (muss teuer eingekauft werden)
und Abwasserentsorgung sowie eine schlechte
Ausstattung der Schule (kaum Lernmaterial; nur ein
Lehrer für über hundert Schüler).
 
Voluntarias mit Gemüsebeet
Seit im Sommer 2003 die ersten "Voluntarios por la
Biodiversidad" in Cerritos waren, um die Situation zu
dokumentieren und erste Projekte auszuarbeiten, konnten
mehrere Ideen verwirklicht werden. Beispielsweise wurde
die Situation der Schule durch den Bau eines Schuldaches
(mit Dachziegeln aus der Produktion des "Bosque
Protector Arutam") verbessert, es wurden
Batteriesammelaktionen mit den Schulkindern
durchgeführt und ein solarenergiebetriebener Computer
für die Schule angeschafft.
Diese Aktivitäten waren nicht zuletzt dank der Einrichtung
einer Stelle für den "Anderen Dienst im Ausland" auf
Cerritos im April 2005 möglich. Unser Dienstleistender
bereichert auch die Schulstunden mit Englischlektionen,
Umwelterziehung und Aufklärungsunterricht
Für die nächste Zeit sind mehrere Projekte geplant,
darunter der Bau eines weiteren Schulhauses (bereits
kurz vor der Fertigstellung), um die angespannte
Raumsituation zu entlasten. Außerdem soll ein
Toilettensystem installiert werden und es läuft ein
Solarstrom- und Trinkwasserprojekt an, um eine
Grundversorgung der Cerriteños aufzubauen und die
Abhängigkeit von den Zwischenhändlern zu verringern.
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