Bellavista

Mit der Erweiterung der Konzession im Jahr 2011 begann auch eine intensivere Zusammenarbeit mit den neuen Gemeinden des Konzessionsgebiets, welches sich nun von der Gemeinde Puerto Libertad bis Santa Rosa erstreckt.

In diesem Gebiet liegt auch die Insel Bellavista mit der gleichnamigen Comunidad Bellavista. Der Name bedeutet so viel wie schöne Aussicht und bezieht sich auf den in Sichtweite liegenden Hügel von Cerrito. Die beiden Gemeinden sind stark miteinander vernetzt, da Bellavista mit guten 120 Einwohnern sehr klein ist und viel über Cerrito läuft. Mit dem Boot benötigt man eine knappe Viertelstunde zur Überfahrt.

Die Insel ist ziemlich groß, wird aber größtenteils von Trockenwald bewuchert. An den kleinen Seitenarmen des Guayas wachsen Mangroven, deren Wurzelgeflecht den Zugang zur Insel erschweren. Das Dorf ist in zwei Teile gegliedert. Beim vorderen Teil ist eine Art Anlegestelle, die man aber nur bei Flut nutzen kann. Bei Ebbe zieht sich das Wasser dutzende Meter zurück und lässt schlammigen Flussgrund zurück. Möchte man zum hinteren Teil des Dorfes, der weiter im Inselinneren liegt, muss man einen kleinen Damm überqueren. Diese Dämme sind auf der ganzen Insel angelegt und trennen die Shrimpsbecken der Dorfbewohner. Diese Becken, oder auch Piscinas genannt, sind natürlich viel kleiner als die industriellen Becken, sind aber eine weitere Einnahmequelle der sonst ausschließlichen Fischer. Nur manchmal machen sie sich auch noch zum Krebsfang auf, der aber eher in Cerrito praktiziert wird.

2018 hat auch ein Prozess zur Legalisierung der Gemeinden im Konzessionsgebiet begonnen, wo auch Bellavista teilnimmt. Das ist wichtig, damit das Dorf mehr Einfluss in Guayaquil bekommt, aber auch, damit das gesamte Konzessionsgebiet als anzestrales Fischergebiet erklärt wird. Denn dann können die Fischer und Krebser ihre Fanggründe schützen und der illegalen Rodung der Mangroven von den Shrimpsfarmen Einhalt gebieten.

Seit 2012 leben und arbeiten Freiwillige in Bellavista. Die Dorfbewohner sind also schon an die Arbeit des Schutzwaldvereins und der Partnerorganisation vor Ort Fundación Cerro Verde gewöhnt. Gemeinsam arbeiten sie an Projekten zur Infrastruktur und Bildung.