Buen Vivir — Reise von Federico Koelle

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Seit über zehn Jahren sind wir nun bereits im Golf von Guayaquil tätig und bemühen uns zusammen mit der ecuadorianischen Fundación Cerro Verde und gemeinsam mit Vereinigungen der lokalen Fischergemeinden um eine nachhaltige Nutzung der Mangrovengebiete im Golf von Guayaquil.

Das Ziel unserer Anstrengungen ist dabei eine angemessene und verantwortungsvolle Nutzung der Mangroven, die sowohl die Erhaltung des Ökosystems als auch ein 'Gutes Leben’ der Bewohner ermöglicht. Die soziale und die ökologische Dimension des Lebens in den Mangroven können in diesem Zusammenhang nur gemeinsam betrachtet werden und ergänzen sich gegenseitig. Besondere Bedeutung kommt somit den alteingesessenen Gemeinden zu, die in hohem Maße mit den Mangroven verbunden sind. In der Praxis umfasst unsere Arbeit dann drei größere Bereiche: Der Aufbau einer dezentralen, nachhaltigen Grundversorgung innerhalb der alteingesessenen Gemeinden; die eigenverantwortliche Gestaltung traditioneller und neuerer Nutzungsformen der Mangroven; sowie die Stärkung der Selbstorganisation der Gemeinden.

In ähnlicher Weise bilden sich vielerorts Initiativen, die alternative Formen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement einerseits und gesellschaftliches Zusammenleben andererseits erproben. Insbesondere in Lateinamerika wird in diesem Zusammenhang das ‘Buen Vivir’ (‘Gutes Leben’) diskutiert. Die von indigener Weltanschauung inspirierte Idee des ‘Buen Vivir’ versucht so, unter anderem, ‘Lebensqualität’ und ‘Wohlstand’ in größerer Vielfalt zu erfassen und auch mit der nachhaltigen Nutzung der Umwelt in Verbindung zu bringen.

Viele zivilgesellschaftliche Initiativen setzen sich inzwischen mit unterschiedlichsten praktischen Ansätzen auseinander, die Welt wirtschaftlich, sozial, ökologisch und kulturell nachhaltiger und vielfältiger zu gestalten – um damit auch großen sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden zu können. Bemühungen um eine dezentrale, selbstverwaltete Stromversorgung, lokale Währungen zur Förderung ortsansässiger Unternehmen, lokal eingebettete Formen ökologischer Landwirtschaft oder gemeindebasierter Ökotourismus sind nur einige wenige Beispiel für diesbezügliches Engagement in Deutschland – die mitunter von Ideen wie Postwachstum, Suffizienz oder solidarische Ökonomie angetrieben werden. Um den Austausch und die Vernetzung mit einigen dieser Initiativen zu fördern – sowie mit akademischen und politischen Einrichtungen die sich mit der Thematik befassen – laden wir anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums Federico Koelle von der Fundación Cerro Verde zu einer Veranstaltungsreihe nach Deutschland ein. Beiderseitige praktischen Erfahrungen dienen uns dabei als Bindeglied für eine breiteren Diskussion zum Thema ‘Buen Vivir’.

Darüber hinaus beinhaltet diese Veranstaltungsreihe noch ein besonderes Anliegen: Seit einigen Jahren entsenden wir junge Menschen aus Deutschland als Freiwillige nach Ecuador, die dort die Initiativen der Mangrovenbewohner_innen im Golf von Guayaquil kennenlernen und tatkräftig unterstützen. Daher sind wir auch daran interessiert, Initiativen in Deutschland zu treffen, die an einem Austausch im Rahmen eines Freiwilligenprogramms (z.B. Süd-Nord-Komponente des weltwärts-Programms) interessiert sind und sich vorstellen können, Freiwillige aus dem Golf von Guayaquil und anderen Gemeinden Ecuadors bei sich aufzunehmen. Damit soll erreicht werden, dass beiderseits lokale Initiativen gestärkt werden und im gegenseitigen Austausch voneinander lernen.