Erfahrungsbericht von Carmen Krusche

Mein Freiwilligendienst auf Puerto Libertad (2011-2012)

Als die dritte Freiwillige, die vom Schutzwaldverein nach Puerto Libertad geschickt wurde, kam ich am 2.8.11 in Guayaquil, „der“ Hafenstadt und zugleich größten Stadt Ecuadors, an. Meine Vorgängerin und unser Mentor holten uns (ich reiste mit einer anderen Freiwilligen des Vereins) spät nachts am Flughafen ab. Gleich am nächsten Morgen sollte es in das Projekt gehen. Die Insel Puerto Libertad befindet sich relativ weit im Norden des Golfes von Guayaquil, umgeben von Mangrovenwälden und Flußärmen. Die Fahrt in die Gemeinde, in der ca. 200 Menschen leben, hauptberufliche Krebsfänger, Fischer und Muschelsammler, dauert in einer Lancha, das sind kleine Boote, die mit einem Motor versehen sind, ungefair eine halbe bis dreiviertel Stunde. Zu meiner Begrüßung hatten die Schulkinder mit Unterstützung der beiden Lehrer ein Willkommensplakat gebastelt, das mich mit einem "Welcome to Puerto Libertad Miss Carmen Krusche" begrüßte. Dann wurde mir das Dorf gezeigt, nach der Vorstellung bei meiner Gastfamilie ging es in die Schule, in der ich in den kommenden Monaten Englisch unterrichten sollte. Wichtig ist hier anzumerken, dass der Englischunterricht wirklich nur aus dem Vermitteln absoluter Grundkenntnisse bestand. Außerdem hatte ich das Gefühl in meiner Unterrichtsgestaltung sehr frei sein zu können, da wir keinen Lehrplan zu befolgen haben. Somit bleibt auch Zeit für Spiele oder Raum eigene und neue Ideen in den Unterricht miteinbringen zu können. Die Gestaltung und Durchführung einer Schnitzeljagd (auf Englisch) durch das Dorf, war sehr beliebt bei den Schülern und machte auch mir großen Spaß. Einige Tage später fand die Verabschiedung meiner Vörgängerin und eine offizielle Begrüßung für mich, im Rahmen einer "Fiesta", statt. Hierzu war eine große Torte bestellt, Musik und Tanz reichten bis in die späte Nacht. Die erste Zeit auf der Insel war natürlich sehr schwer, aber ich hatte immer das Gefühl dort sehr herzlich willkommen zu sein. Dieses Gefühl hörte auch nach längerer Zeit auf der Insel nicht auf. Die kommenden vier Wochen verbrachte ich dann in einer kleinen, sehr schönen Stadt in den Anden und besuchte dort einen Sprachkurs, der mir sehr half mein Spanisch zu verbessern und in Ecuador anzukommen. Einmal während des Sprachkurses kehrte ich auf die Insel zurückl, weil mich Dorfbewohner zu einer erneuten Fiesta eingeladen hatten. Die Fiestas, ein Teil des ecuadorianischen Lebens, insbesondere der kleineren Gemeinden, vermisse ich bisweilen sehr. In den kommenden Monaten erwarteten mich viele spannende Projekte des Schutzwaldvereins und der Partnerorganisation vor Ort „Cerro Verde“. In zwei Projekte steckte ich besonders viel Energie, in die Organisation und Durchführung des „Intercambio Cultural“, ein Ausstausch von Regewald- und Küstenbewohnern, der durch die Finanzierung unseres Vereins ermöglicht worden war und sehr gute Resonanz fand und die Planung zum Bau einer Wassertankbasis, die in der Zukunft einen 25 000 liter Wassertank tragen soll, der das Problem der Trinkwasserknappheit auf der Insel, insbesondere in den Monaten der Trockenzeit, lösen soll. Abschließend kann ich sagen, dass der Freiwillligendienst in Ecuador mich persönlich stark bereichert hat und ich jedem einen Aufenthalt in diesem sehr faszinierenden Land empfehlen kann. Carmen Krusche