Grundsätze

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und unterstützen Initiativen, die in Ecuador zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung von Mangrovenwäldern und tropischen Regenwäldern und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse für die lokale Bevölkerung beitragen.

 

Projektgebiete
Nachdem wir über viele Jahre hinweg auch Gemeinden in den tropischen Regenwäldern Ecuadors unterstützten, konzentrieren wir unser Engagement derzeit auf die größte Mangrovenschutzkonzession Ecuadors, gelegen im Golf von Guayaquil.

Mangrovenwälder gehören zu den produktivsten Ökosystemen der Erde und sind als Lebensraum unverzichtbar für das Überleben einer Vielzahl von Tierarten – darunter auch für die lokale Kleinfischerei bedeutsam. Mangroven bieten einen natürlichen Schutz vor Naturkatastrophen (wie Stürmen und Überschwemmungen) und vor Erosion, sie dienen als wichtige CO2-Senken und sie stellen die Lebensgrundlage der in ihnen beheimateten Menschen dar. Trotz ihrer immensen Bedeutung sind zwischen 1980 und 2005 weltweit mehr als 20% der Mangrovenwälder zerstört worden (FAO 2007, ‘The World’s Mangroves’); im Golf von Guayaquil sind seit 1969 bereits mehr als 45% der Mangrovenbestände verschwunden (C-CONDEM 2007, ‘Certificando la Destrucción’). Hauptgründe für die Zerstörung sind konkurrierende Formen der Landnutzung, – vor allem Garnelenzucht und Reisanbau – sowie der wachsende Bevölkerungsdruck in Küstengebieten.

 

Ziele
Damit sich in Mangrovenwäldern nachhaltige Nutzungsformen etablieren können, müssen die ökologischen Probleme im Zusammenhang mit der sozialen und ökonomischen Situation der lokalen Gemeinden gesehen werden. Gerade die in den Mangrovenwäldern beheimateten Menschen haben durch ihr Wissen und ihre Erfahrung eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Nutzung der Wälder. Wir sind der Meinung, dass Gemeinden in der Lage sind, ihre natürlichen Ressourcen erfolgreich mit gemeinschaftlichen Management zu nutzen, wenn sie ihre grundlegende Versorgung sicherstellen können. Wirksam ist daher vor allem die Unterstützung der Gemeinden in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Trinkwasserversorgung und lokale Entscheidungsstrukturen.

 

Art der Zusammenarbeit
Wir arbeiten mit Gemeinden zusammen, die von sich aus Initiative und Interesse an der Erhaltung der sie umgebenden Wälder zeigen. Wir sind uns dabei der Probleme bewusst, die Entwicklungszusammenarbeit oft mit sich bringt und wollen daher das Entstehen von Abhängigkeiten vermeiden und die Selbstorganisation und Selbstbestimmung der Gemeinden fördern. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Bewohner sich in die Vorhaben einbringen und sich mit ihnen verbunden fühlen – von der ersten Idee an bis hin zur Planung, Umsetzung und eigenständigen Weiterführung eines Projektes. Hierbei ist speziell die Kooperation mit lokalen Fischervereinigungen und anderen Organisation – vor allem der NGO Fundación Cerro Verde – von großer Bedeutung.

 

Freiwilligendienste
Die kontinuierliche Präsenz von Freiwilligen in den Projektgebieten nimmt in unserer Arbeit eine zentrale Rolle ein. Zum Einen haben wir so einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort und können Entwicklungen langfristig begleiten. Zum Anderen wird nur so ein intensiver Austausch und ein gegenseitiges Voneinander-Lernen ermöglicht. Die Freiwilligen übernehmen außerdem Verantwortung in der Koordination und Ausarbeitung unserer Projekte, weshalb wir Wert auf eine intensive Vorbereitung legen. Seit Bestehen des Vereins sind bereits über 100 Freiwillige für den Schutzwaldverein tätig geworden und viele sind uns als aktive Mitglieder erhalten geblieben. Momentan besitzen wir sieben Einsatzplätze mit einer Dauer von 12 Monaten, die anerkannt sind für den weltwärts-Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Hinzu kommen nach Absprache noch unabhängige Freiwilligendienste zur Mitarbeit in einzelnen Projekten oder der Durchführung von Forschungsarbeiten.

 

Finanzierung
Der Schutzwaldverein arbeitet ehrenamtlich und lebt vom Engagement der aktiven Mitglieder, die die Projekte persönlich kennen und mit ihnen verbunden sind. Die Finanzierung der von uns unterstützten Projekte erfolgt sowohl über Mitgliedsbeiträge und Mittel des weltwärts-Programms des BMZ, als auch über projektbezogenes Fundraising. Wir wollen so die finanziellen Mittel an konkrete Vorhaben binden und finanziellen Abhängigkeiten auf Seiten der kooperierenden Gemeinden vorbeugen.

Weitere Informationen zu den Grundsätzen des Vereins finden sich in der Satzung

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