Puerto Libertad

Puerto Libertad, ein Dorf, in dem sich seit 2009 Schutzwald-Freiwillige engagieren, liegt im Golf von Guayaquil auf der Insel „Las Cajas“, ca. 15 Kilometer südlich des Hafens von Guayaquil. Die Gemeinde ist wesentlich kleiner als Cerrito, es leben hier nur etwa 190 Einwohner in ca. 25 Häusern. Die Kinder besuchen die kleine dorfeigene Schule, in der auch der Unterricht der Sekundarstufe erfolgt. Eine eigene Gesundheitstation mit Arzt fehlt bislang, die Dorfbewohner fahren meistens nach Guayaquil, wenn sie krank sind. Wie in Cerrito gibt es auch in Libertad seit 2010 Solarzellen, die jedes Haus mit Strom versorgen. Kommt man mit einem Boot in Libertad an, legt man zunächst am Muelle (Steg) an, von wo aus ein kleiner Weg direkt auf die Plaza Principal führt. Dieser Platz ist befestigt, um ihn herum stehen die meisten Häuser, sowie eine Kirche und der Escenario, eine Art Bühne, die vor allem für Versammlungen und bei Dorffesten eine große Rolle spielt. In den Wintermonaten (etwa Januar bis April), wenn es heiß wird und die Stechmücken ihren Einzug feiern, verwandelt sich alles, was nicht asphaltiert ist, in ein großes Schlammbad. Dann wird es grün im sonst eher trockenen Dorf. Hinter den Häusern befinden sich einige Piscinas (Shrimpsbecken), in denen die Dorfbewohner Garnelen züchten, vor allem für den Eigenbedarf und zum Fischen. Während die Frauen im Haus arbeiten, verdienen die meisten Männer das Geld damit, Krebse zu fangen. Der Fang wird fast jeden Tag direkt im Dorf zu einem sehr schlechten Preis von Zwischenhändlern aufgekauft, die ihn in Guayaquil weiterverkaufen. Die Arbeitszeiten variieren mit den Gezeiten - den halben Tag oder länger wird gearbeitet und der Rest des Tages mit Sport und Erholung verbracht. Wer kein Krebsfänger ist, geht in der Regel fischen. Oft bezeichnen sich die Männer auch als Cangrejero (Krebsfänger) und Pescador (Fischer), was auch daran liegt, dass in Zeiten der Veda (Krebsfangverbot) alle Cangrejeros auf Fischfang umstellen, da das Geld in diesen Monaten sehr knapp wird. Von diesem Problem nicht so stark betroffen sind die Dorfbewohner, die (zeitweise) in Shrimpsfarmen arbeiten oder sogar eine kleinere Shrimpsfarm besitzen. Dieser Umstand hat einigen ermöglicht, sich eigene kleine Boote mit Motoren zu kaufen, wovon das ganze Dorf profitiert.

Erfahrungsberichte:

von Carmen Krusche

von Hieronymus Pauli