Puerto Roma

Puerto Roma ist mit ihren über 1000 Bewohnern die größte der Gemeinden, auf der die Freiwilligen eingesetzt werden. Hier gibt es zwei Kirchen (katholisch und evangelikanisch), eine Gesundheitsstation mit täglicher Anwesenheit von Ärzten und zahlreiche kleine Geschäfte (sogenannte „tiendas“) zum Kauf von Lebensmitteln oder Drogeriebedarf.

Es gibt drei Sportplätze im Dorf, einer davon betoniert. Dort gibt es regelmäßige Fußballpartien und bei richtigen Turnieren werden dann die Nachbargemeinden eingeladen und es wird um Geld und einen großen Pokal gespielt.

Die meisten Familien leben vom Krebsfang. In der Schonzeit der Krebse fischen viele Krebsfänger zum Lohnerwerb. Familien, die allein vom Fischfang leben, gibt es in Puerto Roma nur wenige. Jeden Morgen zum Morgengrauen machen sich also die Männer der Familien auf mit ihren langen Holzbooten zu den Mangroven – dem Lebensraum der Krebse. Sobald alle Krebse gefangen sind, werden diese an einem Hafen in Guayaquil verkauft.

Die Frauen der Familien in der Gemeinde betreiben kleine Läden, verkaufen an Straßenständen Essen und sind vor allem für den Haushalt und die Kinderbetreuung zuständig. Die meisten Familien haben mehr als zwei Kinder. Diese aufgeweckten, fröhlichen Gemüter verleihen dem Dorf Lebendigkeit, indem ein Kinderlachen irgendwo vernehmbar ist und man bei der Ankunft in der Gemeinde sofort von zahlreichen und neugierigen jungen Gesichtern umringt wird.

Die kürzlich fertiggestellte Aufschüttung der Hauptstraße soll in der bevorstehenden Regenzeit den Ort vor drohender Überschwemmung schützen. Dem ersten Tauglichkeitstest wird die Straße im Januar unterzogen, wenn die Regenzeit beginnt.

Hinter den Wohnhäusern gibt es einige große Shrimpsbecken. Wenn die Shrimps groß genug sind, werden sie mit nächtlichen Patrouillen der jeweiligen Beckenbesitzer bewacht, bis sie gefangen werden. Einiges wird an Nachbarn und Bekannte aus dem Dorf verkauft, der Rest nach Guayaquil transportiert und dort weiter verkauft.

Um nach Puerto Roma zu kommen, muss man circa ein bis zwei Stunden mit einem Boot auf dem Fluss „Guayas“ fahren und schon kommt man in den Ort mit dem großen steinernen Steg und den vielen bunten Steinhäusern.